Anderen Leuten kann ich das ja leicht vermitteln – warum ist es so anstrengend, wenn ich meine eigenen Ziele visualisieren und auch noch umsetzen will?
Aber Hilfe! Da stürmen bereits die vielen praktischen Fragen auf mich ein: Wie viele Seiten? Was für ein Zeitplan? Wieviel Grafik und Bilder im Verhältnis zum Text? Steht der Verlag schon fest? Wie viel hast du schon geschrieben? Was ist der finanzielle Rahmen?
Ich komme ins Schwitzen – denn noch habe ich keine kristallklaren Antworten auf diese Fragen, erst grobe Schätzungen. Den finanziellen Rahmen kenne ich nicht genau. Ich weiss von schönen Büchern, die für 20’000 bis 70’000 Franken produziert wurden. Mann könnte wohl auch locker mehr ausgeben. Nur: Zaster, wo bist du?
Aber eigentlich halten mich diese Fragen nur davon ab, mir endlich ein klares, beeindruckendes Zielbild zu verschaffen.
Ich muss das Buch vor meinen Augen sehen, ich muss mir vorstellen können, wie es sich anfühlen wird, darin zu blättern, muss andere Leute hören, die sagen, welchen Seiten und Kapiteln sie die wertvollsten Impulse entnommen haben. Ich muss attraktive, spannende Bilder und ein schönes, knackiges Layout vor mir sehen. Ich muss das Format in den Händen halten.
Erst wenn ich voll ziel-orientiert bin, weiss ich genau, wohin ich will und was ich noch brauche, um dorthin zu gelangen.
Während der Sitzung blättern wir in verschiedenen Büchern, die für mich inspirierend und WOW! sind. Welche Elemente lassen sich wie kombinieren? Was macht den freudigen Guss aus? Was passt nicht, was ist überflüssig?
Hier das aktuelle Bild – es ist die Beta-Version, also noch nicht über jeden Zweifel erhaben:
Es gibt ein Arbeitsbuch für interkulturelle NavigatorInnen mit 140 Seiten, im Format A4 quer, mit Drei- oder Vierfarben-Druck, Balance: 1/3 Grafik und Bilder zu 2/3 Texten und Stichwörtern zu den Arbeitsinstrumenten, Methoden und Praxis-Tipps. Das Layout leicht und ansprechend, auch einfach zum Schmöckern – ein Buch, das mann/frau gerne in seiner Nähe liegen hat, weil's einfach so schön ist zum immer wieder anschauen und in den Pausen weiterlesen. Papier: gerne etwas dicker und mit leicht faseriger Struktur.
Die fünf Kapitel: 1. Was ist ein interkultureller Navigator? 2. Welche Herausforderungen kommen in den nächsten sieben Jahren auf uns zu? 3. Werkzeugkiste für interkulturelle Navigatorinnen 4. Geschichten von interkulturellen NavigatorInnen 5. Tipps, Links und Wegweiser für die Zukunft.
So. Jetzt noch ein paar Mal drüber schlafen, dann aufstehen, Spinnaker-Segel setzen und mit voller Fahrt Kurs aufnehmen. Und es macht Spass, wenn die Gischt hochspritzt!
PS: Wie Sie sehen, ist die WOHIN-Frage zentral. Die WIE-KOMME-ICH-DORTHIN-Fragen erledigen sich von selber.
Merci!
Geschrieben durch Gast am 2007-11-09 16:49:32
schön geschrieben, dieses "kleine" Praxisbeispiel. Merci dafür, dass ein wichtiges Instrument wieder einmal verständlich in den Verstand aufgenommen werden konnte!
herzliche Grüsse,
Coni
Kommentare |
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